Unser Kreis

Der Rat
Baege, Kristin    
Beran, KaraMa
Bosler, Christa   
von Gagern, Sirilya
Gentner, Anne
Gersdorf, Ursula
Goyert-Johann, Erika
Groner, Annetraut
Heiden, Arunga
Illgen, Helga
Illgen, Ursa
Laurent, Siegrun
Madeisky, Uscha
Mettert, Ingrid
Nef, Edith
Prinz, Regina

Links
Sirilya von Gagern
Arunga Heiden
Arkuna e.V.
Alma Mater Akademie
Consulting Mettert
Frauenhof im Allgäu
Alles fing 2004 mit dem Treffen der 13 Weisen Alten aus indigenen Kulturen an. Carol Schäfer berichtet darüber in dem Buch "Die Botschaft der Weisen Alten" (Ullstein Verlag 2007). 13 Großmütter aus Nord-, Mittel- und Südamerika, aus Afrika und Asien formulierten auf einer Konferenz ihre Empörung und ihren Unmut (ihre Besorgnis) über die rasante Ausbreitung von lebensverachtendem und Leben zerstörendem Verhalten großer Teile der Menschheit. Die Vision, ein neues, globales Frauenbündis zu gründen, hatte sie zusammen geführt. Mit einer Stimme setzen sie ihre Frauenkraft für eine Zukunft ein, in der die Liebe zum Leben, zur Erde und zu all ihren Geschöpfen an erster Stelle steht.


Warum fehlten die Weisen Frauen Europas?

Natürlich haben alle Stammeskulturen in Amerika, Afrika und Asien unter den Machtansprüchen, der Profitgier und der Expansion aus Europa extremes Leid erfahren. Der patriarchale Wahn: "Machet euch die Erde untertan" hinterließ aber gerade auch in Europa katastrophale Spuren. Auch hier wurden die Menschen, vor allem Frauen, die spirituell eingebunden waren in die Natur und ihre Gesetze und danach lebten, zu Abertausenden verfolgt, gequält, verbrannt, vernichtet. Und doch gibt es auch in Europa, wie überall, Menschen, die Anschluss an das alte Wissen haben, es bewahren und weitergeben.

Wir Frauen vom Rat der Großmütter sind seit langen Jahren auf dem Weg, das alte Wissen unserer Ahninnen und unsere Spiritualität zu erinnern, in uns wieder zu beleben und nach außen zu tragen. Auf dieser Basis fanden wir zusammen und sehen uns als "indigene" Großmütter Europas.

Wir knüpfen an die Tradition an, dass - entgegen der patriarchalen Vorstellung von Omas in unserer Gesellschaft - Großmütter in ursprünglichen Gesellschaften geachtete Autoritäten sind, auf die gehört wird. Sie tragen das "über Generationen gewachsene Wissen in sich, wie Nachhaltigkeit gelebt und Beziehungen gestärkt werden können" und haben durch ihre Lebenserfahrung dieses Wissen zu Weisheit werden lassen. Sie wissen auch um die Verantwortung für das Leben der folgenden sieben Generationen.


Was sind unsere Großmutter-Qualitäten?

Bei der intensiven Suche nach unserem Selbstverständnis als Großmutter, unserer Vorstellung vom Wesen einer Weisen Alten, fanden wir in dem Buch von Jamie Sams "The 13 Original Clan Mothers" (HaperCollins 1994) genau die Beschreibung der Qualitäten, die wir Weisen Alten in uns tragen und die uns als Großmutter ausmachen. So spiegelt sich in unserem Machtwort die Weisheit dieser 13 Clanmütter, die auch von der Kraft der Tierkreiszeichen + Mittelpunkt
getragen wird.

Auf dem Weg von unserem 1. Treffen 2009 im Frauenhof im Allgäu bis zur Ausrufung des Machtwortes beim Hambacher Kongress 2010 erhielten wir immer wieder deutliche Zeichen, die uns darin bestärkten, weiter zu gehen: Die astrologischen Konstellationen forderten uns bei jedem Treffen erneut heraus, mit unserem Anliegen kraftvoll an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch die Rituale, mit denen wir unseren Prozess begleiteten, unterstützten uns jedes Mal sehr stark und klar auf unserem Weg.

Am meisten beeindruckte und bestätigte uns auf unserem Weg der Fund der fast 40.000 Jahre alten Urmutter zwischen unserem ersten und zweiten Treffen. Sie kommt aus einer Höhle der Schwäbischen Alb, die  in unmittelbarer Nähe des Frauenheilehauses liegt, in dem wir uns häufig getroffen haben. Schon seit vielen Jahren besuchen von dort aus Frauengruppen die Höhle "Hohler Fels von Schelklingen", verbinden sich mit Mutter Erde und singen spirituelle Lieder. So erscheint es uns fast so, als hätten wir die Urmutter heraus gesungen aus ihrer langen Ruhe und ihr Erscheinen ist wie ein besonderes Geschenk an uns, das wir freudig und dankbar annehmen.

Die Kraft und der Segen der Urmutter begleitet uns im Rat der Großmütter und deshalb ist sie auch in unserem Logo. Von ihr nehmen wir den Auftrag an, ur-groß-mütterliche Frauenkraft in die Welt zu bringen für eine lebenswerte Zukunft der Menschheit und der Erde.

Anne Gentner
Ursa Illgen


Der Kreis im Rat der Großmütter

In Frühjahr exportierten wir unsere Machtworte vom Rat der Großmütter nach Lesbos in das wunderschöne Seminargelände Milelja. Die Hüterinnen des Ortes, Uschi und Irini, waren begeistert und sofort bereit, die Anliegen der Großmütter – die ja auch ihre eigenen sind – zu unterstützen. Inzwischen liegen unsere Machtworte also auch auf der Insel aus. Am nächsten Morgen kam Irini mit diesem tönernen Kreis eindrucksvoller Großmütter und stellte sie auf den Kaminsims im Frühstücksraum – dorthin, wo die Schätze aufbewahrt werden. Sehr passend standen sie nun zwischen uraltem versteinertem Holz aus dem Versteinerten Wald. Wir fotografierten den Ahninnenkreis, der aus Mesopotamien stammt, von allen Seiten, um ihn zu Hause einer geschickten Töpferin in Auftrag zu geben. So sehr fanden wir uns in ihm als Rat der Großmütter gespiegelt! Aber es kam besser: am letzten Tag der Seminarreise bekamen wir den Kreis geschenkt für unseren Rat der Großmütter und als Zeichen der Verbundenheit zwischen den deutsch-griechischen Frauen und uns im Rat, wo er beim letzten Treffen Einzug gehalten hat.

Was uns an dieser Replik so gut gefällt, ist der Kreis.
Wir haben seit unserer Gründung die Erfahrung gemacht, dass es der Kreis ist, der uns die Arbeitsergebnisse schenkt. Der Kreis ist ein magischer Raum. Er verbindet, konzentriert, hält zusammen und ist gleichzeitig geöffnet ins Universum; er erhält so seine Kraft von den himmlischen Kräften, wird gleichsam „von oben“ inspiriert. Diese Kraft fließt im Kreis als kreative Energie von Mensch zu Mensch, um verwandelt als Botschaft, als Vision, als Machtwort, als Aktion den Kreis wieder zu verlassen und ins Außen gegeben zu werden. Wenn wir uns treffen, ist es selbstverständlich, dass wir im Kreis sitzen. Wir erkennen und benennen die magische Wirkung des Kreises und verzichten inzwischen fast völlig auf den Austausch über Telefon oder email zwischen den Treffen, da diese Medien oftmals Verwirrung stiften und zu kreativem Austausch nicht taugen; allenfalls zum Austausch von sachlichen Informationen.
Was dabei fehlt, ist eben der Kreis, die Verbindung unter uns und die Anbindung an die göttlichen Kräfte, ohne die wir kein einziges unserer Machtworte „gefunden“ hätten.

 Unser Kreis hat ein Zentrum. In diesem Zentrum sind die Dinge, die uns wichtig sind: Blumen oder Zweige als Geschenke der Natur; Licht in Form von Kerzen; der Großmütterkreis aus Ton als Spiegel unserer selbst; der Redestab aus Rumänien und unsere persönlichen Kraftgegenstände, die unser spirituelles Eingebundensein in den Kreis symbolisieren; und – nicht zu vergessen – die Urmutter aus dem Hohlen Fels. In diesem Zentrum sammeln sich aber auch unsere Erfahrungen, unsere Visionen, unsere Wünsche – kurz: all das, was uns als Großmütter in dieser Zeit der Zusammenkunft im Rat ausmacht. Nicht zuletzt legen wir in dieses Zentrum auch unsere eigene Unfähigkeit, die Machtworte wirklich umzusetzen. Sie sind Vision und Wunsch, Richtung und Ziel. Und vielleicht ist das Eingeständnis unseres eigenen Unvermögens der größte Schatz im Kreis. Beim wortlosen Darstellen des Machtwortes „Wir lieben“ wurde uns bewusst, dass wir nur dann lieben, wenn wir die Befähigung dazu aus der göttlichen Liebe geschenkt bekommen. Und das gilt für alle Machtworte.

Hier im Kreis lassen wir uns rufen, stellen uns zur Verfügung und sind offen füreinander und die göttliche Botschaft und Klarheit. Wir sind Empfangende und Gebende zugleich.
Der Kreis ist aber auch ein Schutzraum. Wir dürfen uns dort zeigen, wie wir sind – in unserer Verletzbarkeit und Unfertigkeit. Ohne diese „Gaben“ gäbe es nicht das oft mühsame Ringen um Worte und unsere Visionen würden in gewohnt patriachaler Weise zu Predigten werden, die niemand braucht, weil sie nicht mit Leben gefüllt sind. Weitere wichtige Gaben, die sich im Schutz des Kreises entfalten, sind Trauer und Zorn. Trauer über all das, was wir Menschen über Jahrhunderte der Erde und ihren Geschöpfen angetan haben oder zumindest antun ließen und der Zorn, der sich im Machtwort äußert. Wir erheben unsere Stimme zum lauten Protest.

Um diese Qualitäten des Kreises zu erhalten, können wir ihn nicht beliebig vergrößern. Es gibt deshalb den Beschluss, den Rat der Großmütter nicht zu erweitern. Wir haben die Vision, dass viele solcher Kreise entstehen, die sich verbinden, berühren, miteinander kommunizieren und wirken. Da die Geburt neuer Kreise unser Anliegen ist, stellen wir unsere Erfahrungen beim Entstehen zur Verfügung. Bei manchem entstehenden Kreis können wir bereits Hebammendienste leisten.
Alle Frauen, die die Kraft des Widerstandes in sich spüren, die Empörung über patriachale Verirrungen und den Schmerz über das daraus entstandene Leid, sollten aufstehen, sich zeigen und ein Machtwort sprechen. Wir alten Frauen haben durchaus etwas zu sagen und wir schweigen nicht länger!

Großmutter Kristin vom Rat der Großmütter